Peking gehört zu den faszinierendsten Reisezielen Chinas und verbindet jahrtausendealte Geschichte mit moderner Großstadtenergie. Doch bei der Fülle an Sehenswürdigkeiten stellt sich schnell die Frage: Welche Peking Highlights sollte man auf keinen Fall verpassen?
In diesem Beitrag zeigen wir dir die wichtigsten Peking Sehenswürdigkeiten und Highlights. Von weltberühmten Attraktionen wie der Verbotenen Stadt und der Chinesischen Mauer bis hin zu authentischen Vierteln und vielem mehr. Außerdem findest du praktische Reisetipps zur Fortbewegung, zur besten Reisezeit, zu empfehlenswerten Unterkünften sowie zur optimalen Planung deiner Reise.
Übrigens: Wir haben Peking im Rahmen unserer Chinarundreise besucht. Wenn du wissen möchtest, was wir darüber hinaus noch gesehen und erlebt haben oder du auf der Suche nach weiterer China-Inspiration bist, dann lies dir unbedingt unseren Beitrag China Rundreise: Die perfekte Route mit den schönsten Sehenswürdigkeiten & Tipps durch.
Peking kannst du grundsätzlich das ganze Jahr über bereisen, doch je nach Jahreszeit zeigt sich die Stadt von einer ganz anderen Seite.
Im Winter liegen die Temperaturen oft um den Gefrierpunkt, dazu weht häufig ein eisiger Wind und der Himmel ist meist grau. Im Sommer steigt das Thermometer regelmäßig auf etwa 30 Grad oder mehr. Die hohe Luftfeuchtigkeit macht Sightseeing in dieser Zeit deutlich anstrengender.
Aus unserer Sicht sind daher Frühling und Herbst die beste Reisezeit für Chinas Hauptstadt. Die Temperaturen sind angenehm mild, die Luft oft klarer und Erkundungstouren durch die verschiedenen Viertel machen deutlich mehr Spaß.
Wir waren Ende April in Peking und empfanden die Reisezeit als ideal. Es war tagsüber angenehm warm, vieles blühte bereits und wir konnten die Stadt entspannt zu Fuß entdecken.
Das hängt davon ab, wie viel du sehen und erleben möchtest. Hier unsere grobe Orientierung:
Das Hotelangebot ist vermutlich genauso vielfältig wie die Stadt selbst. Von günstigen Hostels über komfortable Mittelklassehotels bis hin zu luxuriösen Fünf-Sterne-Hotels findet wirklich jedes Budget die passende Unterkunft.
Eine der besten Buchungsplattformen für Hotels in China ist Trip.com. Wir haben alle unsere Unterkünfte darüber gebucht und durchweg sehr gute Erfahrungen gemacht.
Während unseres Aufenthalts in Peking haben wir im Nostalgia S Hotel (Beijing Tianqiao) übernachtet. Das gehobene Mittelklassehotel hat uns vor allem durch sein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Besonders praktisch fanden wir die zentrale Lage, von der aus viele Sehenswürdigkeiten gut erreichbar sind.
Diese riesige Stadt erkundest du am besten mit einer Kombination aus Spaziergängen, Metro und der DiDi. Rund um die Sehenswürdigkeiten kannst du vieles bequem zu Fuß entdecken. Möchtest du jedoch zum nächsten Highlight, sind die Entfernungen meist zu groß für einen Spaziergang.
Für längere Strecken ist die Metro ideal. Sie ist schnell, günstig und verbindet nahezu alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, Bahnhöfe sowie den Flughafen. Die Beschilderung ist meist zweisprachig auf Chinesisch und Englisch. Tickets erhältst du am Automaten oder bezahlst bequem per Alipay oder WeChat.
Ergänzend nutzt du DiDi, das chinesische Pendant zu Uber. Über die App buchst du dein Fahrzeug, siehst den Fahrpreis vorab und bezahlst direkt digital. Gleichzeitig vermeidest du Sprachbarrieren, da alles über die App geregelt wird.
Weitere hilfreiche Infos zur Fortbewegung und viele praktische Tipps findest du in unserem Beitrag China-Reisetipps: Diese Dinge solltest du vor deiner Reise nach China unbedingt beachten.
In Peking gibt es zwei internationale Flughäfen, den Beijing Capital International Airport und den neueren Beijing Daxing International Airport. Beide liegen rund 30 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums.
Die schnellste und unkomplizierteste Möglichkeit ist der Airport Express Zug. Sowohl vom Capital Airport als auch vom Daxing Airport erreichst du damit in etwa 20 bis 30 Minuten das Zentrum mit direktem Anschluss an das Metronetz. Gerade nach einem langen Flug ist das eine entspannte und zuverlässige Lösung.
Wenn du lieber individuell ins Zentrum fahren möchtest, kannst du dir ein Fahrzeug über DiDi buchen. Das ist die komfortabelste, aber auch die teuerste Variante. Je nach Verkehr dauert die Fahrt etwa 45 bis 60 Minuten.
Die Chinesische Mauer, die von den Chinesen selbst als Great Wall bezeichnet wird, ist eines der berühmtesten Bauwerke der Welt und das bekannteste Wahrzeichen Chinas.
Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist sie keine durchgehende Mauer. Seit 1987 gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Erbaut wurde sie zum Schutz vor Angriffen aus dem Norden und zur Sicherung wichtiger Handelswege wie der Seidenstraße. Die heute sichtbaren steinernen Abschnitte stammen vor allem aus der Ming-Dynastie.
Von Peking aus sind die Abschnitte Badaling und Mutianyu am schnellsten zu erreichen. Sie liegen etwa 70 bis 80 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und sind restauriert.
Badaling ist besonders bei chinesischen Reisegruppen sehr beliebt, daher oft entsprechend voll. Mutianyu ist etwas ruhiger und landschaftlich schön gelegen.
Wer mehr Zeit hat und es deutlich ruhiger und ursprünglicher mag, sollte nach Jinshanling fahren. Dieser Abschnitt liegt rund 150 Kilometer von Peking entfernt, die Fahrt dauert etwa zweieinhalb Stunden. Hier sind nur wenige Touristen unterwegs und viele Bereiche sind nicht oder nur teilweise restauriert.
Wir haben uns für Mutianyu entschieden. Am Eingang ist es zwar etwas voller, doch auf der Mauer selbst verteilen sich die Besucher schnell.
Um nach oben zu gelangen, hast du mehrere Möglichkeiten. Du kannst zu Fuß gehen, die Seilbahn bis zum Wachturm 14 nehmen oder mit dem Sessellift bis zum Wachturm 6 fahren. Wenn du die Bahn oder den Sessellift nutzt, bringt dich ein Shuttlebus vom Eingang in etwa zehn Minuten bis zur Talstation.
Wir haben die Seilbahn gewählt und schon während der Fahrt die tolle Aussicht genossen.
Oben angekommen kannst du in beide Richtungen laufen. Wir sind von Turm 14 bergab bis Turm 6 gegangen. In die andere Richtung geht es eher steil bergauf bis Turm 20. Das ist anstrengender, aber die Aussicht lohnt sich.
Egal für welche Richtung du dich entscheidest, der Blick auf die scheinbar endlosen Mauerzüge, die sich über die grünen Hügel schlängeln, ist einfach beeindruckend. Die Dimensionen sind kaum zu fassen und bleiben garantiert im Gedächtnis - für uns ein absolutes Highlight.
Je nach Tempo, Anzahl der Pausen und Fotostopps brauchst du für die Strecke zwischen Turm 14 und Turm 6 etwa ein bis zwei Stunden.
Am Turm 6 kannst du mit dem Sessellift oder der Rodelbahn wieder zurück ins Tal fahren. Wir haben die Rodelbahn genommen, was richtig Spaß gemacht hat. Alternativ kannst du die Mauer an einigen Ausgängen auch selbstständig verlassen.
Gut zu wissen: Toiletten befinden sich an den Wachtürmen 16, 8 und 4.
Wir haben die Chinesische Mauer auf eigene Faust besucht. Die Anfahrt von Peking dauert etwa 1,5 Stunden.
Am flexibelsten ist die Fahrt mit DiDi. Die Kosten liegen meist zwischen 30 und 40 Euro pro Strecke. Wir sind sowohl hin als auch zurück mit DiDi gefahren und haben am späten Nachmittag problemlos einen Fahrer bekommen. Wer ganz sicher gehen möchte, kann den Fahrer direkt bei der Hinfahrt auf eine Rückfahrt ansprechen.
Die günstigste, aber auch zeitintensivste Variante ist der öffentliche Bus. Vom Busbahnhof Dongzhimen fährt der 916 Express nach Huairou. Dort steigt man in einen lokalen Bus wie H7 oder H23 nach Mutianyu um.
Wer sich um nichts kümmern möchte, kann eine organisierte bzw. geführte Tour buchen. Plattformen wie Trip.com oder Klook bieten verschiedene Pakete inklusive Transfer, teilweise Verpflegung und zusätzlichen Informationen zur Geschichte der Mauer an. Dein Ticket findest du hier: Geführte Tour zur chinesischen Mauer ab Peking.
Die Verbotene Stadt befindet sich mitten im Zentrum von Peking und ist die Sehenswürdigkeit schlechthin. Man könnte meinen, die riesige rechteckige Anlage, umgeben von einem breiten Wassergraben, sei eine eigene Insel in der Stadt. Mit ihren mächtigen roten Mauern und den golden glänzenden Dächern wirkt sie tatsächlich wie eine Welt für sich.
Und irgendwie ist sie das auch. Ihren Namen erhielt die Verbotene Stadt mit ihren über 980 Gebäuden, weil sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Über mehr als 500 Jahre hinweg diente sie ausschließlich als Kaiserpalast der chinesischen Herrscher.
Erbaut wurde sie ab 1406 unter der Ming-Dynastie und wurde später von der Qing-Dynastie weiter genutzt. Bis 1912 lebten und regierten hier insgesamt 24 Kaiser.
Nach der Abdankung des letzten Kaisers im Jahr 1911 blieb dieser noch bis 1924 innerhalb der Mauern wohnen. 1925 wurde die Anlage schließlich als Palastmuseum eröffnet und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Begonnen haben wir unseren Besuch am Tor des Himmlischen Friedens, dem bekannten Eingang am Tian’anmen-Platz. Dieses große Südtor ist der offizielle Zugang zur Verbotenen Stadt. Schon hier wird der starke Kontrast zwischen kaiserlicher Vergangenheit und kommunistischer Gegenwart deutlich.
Innerhalb der Anlage bewegst du dich im Grunde auf geradem Weg von Süden nach Norden und passierst dabei mehrere Ebenen. Da viele Hallen und Paläste einander sehr ähnlich sehen, reicht es unserer Meinung nach, wenn du dich auf einige der wichtigsten Bereiche konzentrierst. Hier sind unsere Highlights:
Für unsere Tour haben wir etwa zwei Stunden gebraucht. Wenn du dir mehr Zeit lässt oder zusätzliche Ausstellungen besuchst, kannst du hier auch problemlos einen halben Tag verbringen. Einige Bereiche, wie der Schatzpalast, erfordern allerdings ein zusätzliches Ticket.
Dein Ticket für die Verbotene Stadt solltest du am besten einige Zeit im Voraus über Anbieter wie Klook oder Trip.com buchen. Die Besucherzahl ist auf 80.000 Personen pro Tag begrenzt. Auch wenn das zunächst viel klingt, sind diese Plätze fast täglich ausgebucht.
Um den Besucherandrang zu steuern, gibt es zwei Einlasszeiten pro Tag. Du kannst entweder einen Slot am Morgen oder am Nachmittag wählen.
Tickets über die offizielle Webseite zu kaufen ist für Touristen aufgrund der Sprachbarriere so gut wie unmöglich. Wir haben unsere Tickets deshalb etwa zwei Wochen im Voraus über Trip.com gebucht. Dort kannst du bei Bedarf auch direkt eine geführte Tour reservieren.
Den Link zu unserem Ticket findest du hier: Eintritt Verbotene Stadt.
Der Jingshan-Park befindet sich direkt gegenüber dem nördlichen Ausgang der Verbotenen Stadt, dem Tor der Göttlichen Kraft.
Der Name bedeutet übersetzt „Aussichtshügel“ und genau das erwartet dich hier.
Vom Hügel hast du einen beeindruckenden Blick über die Dächer der Verbotenen Stadt sowie große Teile Pekings. Besonders zum Sonnenuntergang ist die Aussicht hier oben wunderschön. Auch wenn es hier oft sehr voll wird, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.
Der Aufstieg ist relativ steil, aber nicht besonders lang. Wir haben etwa 15 Minuten bis nach oben gebraucht.
Für den Park zahlst du nur eine kleine Eintrittsgebühr. Das Ticket kannst du vor Ort mit Alipay oder WeChat bezahlen.
Wie bei so ziemlich allen Sehenswürdigkeiten in China musst du auch hier deinen Reisepass vorzeigen. Da du ihn für fast alle Eintritte benötigst, hast du ihn in der Regel ohnehin dabei.
Der Tian’anmen-Platz liegt, wie bereits erwähnt, direkt vor der Verbotenen Stadt und gehört zu den bekanntesten Plätzen Pekings, wenn nicht sogar ganz Chinas. Als er 1959 erweitert wurde, galt er einige Jahre lang als der größte Platz der Welt. Heute ist er der siebtgrößte Stadtplatz weltweit und bietet Platz für bis zu einer Million Menschen.
Der Tian’anmen-Platz hat eine große kulturelle Bedeutung, da er Schauplatz mehrerer wichtiger Ereignisse der chinesischen Geschichte war. Besonders bekannt ist der 1. Oktober 1949, als Mao Zedong von hier aus offiziell die Gründung der Volksrepublik China verkündete.
Rund um den Platz befinden sich mehrere wichtige Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören das Tian’anmen-Tor als Eingang zur Verbotenen Stadt, Qianmen als Tor zum historischen Stadtkern, das Nationalmuseum Chinas, das Denkmal der Volkshelden, das Mao-Zedong-Mausoleum sowie die große Nationalflaggen-Plattform.
Den besten Blick über den Platz und die umliegenden Sehenswürdigkeiten hast du vom 34,7 Meter hohen Tian’anmen-Torturm, der sich direkt an der Nordseite des Platzes befindet.
Ein besonderes Erlebnis sind die täglichen Flaggenzeremonien bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Soldaten marschieren vom Tian’anmen-Tor zum Flaggenmast und hissen die Nationalflagge exakt im Moment des Sonnenaufgangs. Die Zeremonie dauert nur wenige Minuten und zieht besonders an Feiertagen viele Zuschauer an.
Der Besuch des Platzes ist kostenlos, allerdings musst du eine Sicherheitskontrolle passieren. An stark besuchten Tagen können sich schon früh lange Warteschlangen bilden.
Wenn du das Mao-Zedong-Mausoleum besuchen möchtest, darfst du außer Geldbörse und Handy nichts mit hineinnehmen.
Die historische Tempelanlage liegt in einem großen Park im Süden der Stadt und war früher ein wichtiger Ort für religiöse Zeremonien der Kaiser.
Erbaut wurde der Himmelstempel im Jahr 1420 während der Ming-Dynastie. Die Kaiser kamen hierher, um für eine gute Ernte zu beten. Nach chinesischem Glauben galt der Kaiser als Sohn des Himmels. Deshalb spielte dieser Ort eine zentrale Rolle für das Reich und seine Landwirtschaft.
Das bekannteste Gebäude der Anlage ist die Halle des Erntegebets. Der runde Tempel mit seinem dreifachen blauen Dach ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Pekings. Besonders beeindruckend ist, dass das Gebäude komplett ohne Nägel gebaut wurde. Die Architektur folgt einer klaren Symbolik. Runde Formen stehen für den Himmel, quadratische Formen für die Erde.
Ein weiteres Highlight ist die Echo Wand rund um den Kaiserlichen Himmelsaltar. Flüstert man an einer Seite der Mauer, kann man die Stimme auf der anderen Seite deutlich hören. Dieses akustische Phänomen begeistert viele Besucher.
Heute gehört der Himmelstempel zum UNESCO Weltkulturerbe und ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Wir finden, besonders am frühen Morgen hat ein Spaziergang durch den Park einen besonderen Reiz. Dann erlebst du ein Stück Alltag der Pekinger. Viele Einheimische treffen sich hier zum Tai Chi, Tanzen oder Singen.
Dein Eintrittsticket kannst du vorab online hier buchen: Zugang Himmelstempel.
Der Sommerpalast liegt etwas außerhalb des Zentrums und diente einst den chinesischen Kaisern als Sommerresidenz.
Die Anlage wurde im 18. Jahrhundert während der Qing-Dynastie erbaut. Mittelpunkt des Sommerpalastes ist der große Kunming See, der etwa drei Viertel des gesamten Geländes einnimmt. Dahinter erhebt sich der Longevity Hill, auf dem zahlreiche Tempel, Pavillons und Paläste stehen. Zusammen bilden sie eine beeindruckende Landschaft aus Natur und traditioneller chinesischer Architektur.
Für uns war der Lange Korridor ein besonderes Highlight. Der über 700 Meter lange überdachte Gang ist mit tausenden bunten Malereien verziert.
Anschließend lohnt sich ein Spaziergang entlang des Sees. Dabei hast du immer wieder schöne Ausblicke auf Brücken, Pavillons und die Boote auf dem Wasser.
Heute gehört der Sommerpalast zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen beliebt. Viele Besucher kommen hierher, um gemütlich zu spazieren, eine Bootsfahrt auf dem See zu unternehmen oder einfach die ruhige Atmosphäre abseits des Stadtzentrums zu genießen.
Für deinen Besuch solltest du mindestens zwei Stunden einplanen, da das Gelände sehr groß ist. Besonders schön ist ein Besuch am Morgen oder am späten Nachmittag: Dann ist es meist etwas ruhiger und das Licht über dem See wirkt besonders stimmungsvoll.
Dein Eintrittsticket kannst du vorab online hier buchen: Zugang Sommerpalast.
Ein Besuch in einem der traditionellen Hutongs sollte unserer Meinung nach bei keiner Reise nach Peking fehlen. In diesen alten Stadtvierteln kannst du noch heute einen Eindruck davon bekommen, wie das Leben in der chinesischen Hauptstadt früher ausgesehen hat.
Hutongs bestehen aus einem Netz enger Gassen, in denen sich traditionelle Wohnhäuser aneinanderreihen. Viele dieser Häuser sind sogenannte Siheyuan. Dabei handelt es sich um Wohnanlagen, deren Gebäude rund um einen gemeinsamen Innenhof angeordnet sind.
Die meisten Hutongs entstanden während der Yuan-, Ming- und Qing-Dynastien. Früher lebten in diesen Vierteln Beamte, Händler, Handwerker und einfache Arbeiter. Obwohl sich Peking in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert hat, ist in den Hutongs noch immer etwas von der Atmosphäre des alten Pekings zu spüren.
Bei einem Spaziergang durch die schmalen Gassen erhältst du einen authentischen Einblick in den Alltag der Bewohner. Vor vielen Häusern sitzen Einheimische zusammen, spielen Karten, trinken Tee oder unterhalten sich mit ihren Nachbarn. Besonders ältere Bewohner verbringen viel Zeit draußen und sorgen dafür, dass die Gassen lebendig und gemeinschaftlich wirken.
Gleichzeitig hat auch in den Hutongs die moderne Zeit Einzug gehalten. In einigen Vierteln findest du inzwischen kleine Cafés, Restaurants, Bars, Boutiquen und Souvenirläden. Dadurch entsteht eine interessante Mischung aus traditionellem Wohnviertel und modernem Stadtleben.
Besonders gut gefallen haben uns die Hutongs rund um Nanluoguxiang sowie die kleinen Gassen im Viertel Shichahai.
Nanluoguxiang ist deutlich touristischer und lebhafter, während du in den umliegenden Seitenstraßen oft noch ruhigere und ursprünglichere Ecken entdecken kannst.
Am besten erkundest du die Hutongs zu Fuß. Lass dich einfach ohne festen Plan durch die kleinen Gassen treiben und schau, wohin dich der Weg führt. Häufig sind es gerade die unscheinbaren Seitenstraßen, in denen du die interessantesten Alltagsszenen entdeckst.
Bei unserem Spaziergang ist uns aufgefallen, dass es in den Hutongs überraschend viele öffentliche Toiletten gibt. Anfangs haben wir uns darüber etwas gewundert. Später erfuhren wir jedoch den Grund dafür: Viele der traditionellen Wohnhäuser besitzen bis heute keine eigene Toilette und teilweise auch kein eigenes Badezimmer.
Die Bewohner sind deshalb auf Gemeinschaftstoiletten und öffentliche Anlagen in den Gassen angewiesen. Diese gehören für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag im Hutong.
Für europäische Besucher können die Toiletten allerdings etwas gewöhnungsbedürftig sein. Häufig handelt es sich um einfache Hocktoiletten ohne Trennwände. Auch wenn das zunächst ungewohnt wirkt, gehört es zum traditionellen Leben in diesen Vierteln und zeigt, wie anders der Alltag hinter den historischen Fassaden teilweise noch immer aussieht.
Shopping gehört bei einem Besuch in Peking für viele Reisende einfach dazu. Kein Wunder, denn die Stadt bietet eine große Mischung aus modernen Einkaufszentren, traditionellen Einkaufsstraßen sowie kleinen Läden in historischen Vierteln.
Die Wangfujing Street ist die bekannteste und meistbesuchte Einkaufsstraße Pekings. Hier findest du große Kaufhäuser, internationale Marken sowie viele Restaurants. Vor allem am Abend ist die Straße sehr lebendig und eignet sich perfekt für einen gemütlichen Bummel.
Sehr modern ist das Viertel Sanlitun. Hier erwarten dich stylische Einkaufszentren, internationale Marken und viele Restaurants und Bars. Die Gegend ist besonders bei jüngeren Leuten und internationalen Besuchern beliebt.
Eine ganz andere Atmosphäre erwartet dich in der Qianmen Street. Die historische Einkaufsstraße liegt südlich des Tian’anmen-Platzes und wurde aufwendig restauriert.
Hier treffen traditionelle chinesische Architektur und moderne Geschäfte aufeinander. Neben bekannten Marken findest du zahlreiche Restaurants, Teehäuser, Souvenirläden und traditionsreiche chinesische Geschäfte.
Ein besonderes Einkaufserlebnis bietet die Beijing Parkview Green Mall. Schon das Gebäude fällt durch seine moderne, futuristische Architektur auf und erinnert mit seiner großen Glasfassade fast an eine Kunsthalle.
Im Inneren findest du nicht nur Geschäfte und Restaurants, sondern auch zahlreiche Kunstinstallationen und wechselnde Ausstellungen. Dadurch wirkt die Mall weniger wie ein gewöhnliches Einkaufszentrum und eher wie eine Mischung aus Shoppingcenter, Galerie und modernem Museum.
Für uns gehört der Beihai-Park zu den schönsten Parkanlagen im Zentrum von Peking. Die große Anlage liegt ganz in der Nähe der Verbotenen Stadt und ist ein beliebter Ort für eine kleine Verschnaufpause vom Trubel der Millionenmetropole.
Mittelpunkt des Parks ist der große See. Inmitten des Sees liegt eine kleine Insel mit der auffälligen weißen Pagode – eines der bekanntesten Wahrzeichen des Parks und von vielen Stellen der Anlage gut zu sehen.
Wer möchte, kann sich mit einem der Boote über den See fahren lassen und den Park aus einer ganz anderen Perspektive erleben.
Bei einem Spaziergang durch den Beihai kommst du an Tempeln, Pavillons und traditionellen Gartenanlagen vorbei. Besonders sehenswert ist auch die Neun-Drachen-Wand, eine kunstvoll verzierte Mauer mit farbenfrohen Drachenmotiven.
Unser persönliches Highlight war die Kirschblüte im Park. Im April blühen hier zahlreiche Bäume und Pflanzen und die Anlage verwandelt sich in einen besonders schönen Ort für Spaziergänge und Fotos.
Der Beihai Park ist kostenpflichtig. Dein Ticket kannst du vor Ort mit Alipay oder WeChat kaufen.
Keine klassische Sehenswürdigkeit, aber für alle, die es mögen, gehört das Essen einer traditionell zubereiteten Pekingente einfach zu einem Aufenthalt in Peking dazu.
Die Zubereitung der Pekingente hat in China eine lange Tradition und reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Das Besondere an diesem Gericht ist die extrem knusprige, goldglänzende Haut und das zarte Fleisch. Beides entsteht durch eine aufwendige Vorbereitung, bei der die Haut der Ente aufgeblasen, glasiert und anschließend getrocknet wird. Danach wird sie hängend im Ofen geröstet.
Traditionell wird Pekingente in mehreren Gängen serviert. Häufig kommt zuerst ein Teil der besonders knusprigen Haut auf den Tisch. Danach folgen dünn geschnittenes Entenfleisch, kleine chinesische Pfannkuchen, Frühlingszwiebeln, Gurkenstreifen und eine süßlich-würzige Soße, meist Hoisin- oder Bohnensoße.
Das Essen funktioniert ganz einfach: Du legst einen dünnen Pfannkuchen vor dich, bestreichst ihn mit etwas Soße und belegst ihn mit Entenfleisch, Gurke und Frühlingszwiebeln. Anschließend wird alles zusammengerollt – und schon ist der perfekte kleine Pekingenten-Wrap fertig. Guten Appetit!
Die Stadt bietet zahlreiche Lokale, in denen die Pekingente auf der Speisekarte steht. Such einfach über Amap nach einem Restaurant in deiner Nähe. In der gesamten Stadt findet du viele Restaurants, die sich auf diese Spezialität spezialisiert haben.
Übrigens: Chinesische Speisekarten sind häufig bebildert, was für Reisende wirklich hilfreich ist. Denn selbst mit einer Übersetzungs-App kamen bei uns teilweise ziemlich lustige und wenig hilfreiche Übersetzungen heraus.
Manchmal hilft daher nur eines: Augen zu, bestellen und sich überraschen lassen. Schließlich sind es oft genau diese kleinen, unerwarteten Erlebnisse, die eine Reise besonders machen.
Peking galt lange als Sinnbild für Smog und Verkehrschaos. Auch heute noch zählt die Luftqualität, besonders im Winter während der Heizperiode, zu den schlechteren im Land. Trotzdem hat sich die Stadt in den letzten Jahren stark verändert. Während unseres Besuchs waren wir wirklich positiv überrascht. Von Smog war kaum etwas zu sehen.
Wo früher knatternde Mopeds und laute Autos das Straßenbild geprägt haben, geht es heute deutlich leiser zu. Die meisten Fahrzeuge, egal ob Autos, Taxis oder Roller, fahren inzwischen elektrisch. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Luftqualität aus, sondern auch auf die Geräuschkulisse in dieser riesigen Metropole.
Obwohl der Verkehr in Peking immer noch dicht ist, wirkt die Stadt heute überraschend ruhig. Statt Abgaswolken und ständigem Hupen liegt über vielen Straßen eine deutlich entspanntere Atmosphäre.
Hinweis: Dieser Blogbeitrag enthält sogenannte Affiliate-Links. Wenn du über diese Links kaufst oder buchst, erhalten wir eine Provision. Der Preis für dich bleibt jedoch unverändert.